Über mich

  • Jahrgang 1965, geb. in Lüneburg
  • 1982: Mein Vater zeigt mir seine alte Universitätsstadt Fribourg in der Schweiz. Ich war sehr beeindruckt von der frankophonen Umgebung, ahnte aber noch nicht, wie produktiv ein Studium an einer solchen kleinen mehrsprachigen Universität mit einer exzellenten Auswahl an motivierten Hochschullehrern aus der ganzen Welt sein würde.
  • 1984: Vor meinem Abitur mache ich die Bekanntschaft Hans Wollschlägers und treffe bis zu seinem Tod 1992 regelmäßig den emeritierten Germanisten Paul Stöcklein in Kaffeehäusern. Ihm verdanke ich die Bekanntschaft mit dem Essayisten und Lyriker Peter Horst Neumann, bei dem ich später studierte.
  • 1984-89: Studium der Allgemeinen Literaturwissenschaft, der Germanistik, Philosophie, Mediävistik, ergänzend auch der englischen und französischen Literatur sowie der Kunstgeschichte an den Universitäten Heidelberg, Erlangen und Fribourg en Suisse. Meine wichtigsten akademischen Lehrer waren Peter Horst Neumann, Harald Fricke und Emmanuel Levinas.
  • 1985: Am damaligen bundesdeutschen Nationalfeiertag, dem 17. Juni, setzte ich mich in Heidelberg in einen  Zug nach Süden, um einen frisch aus Göttingen berufenen Ordinarius in Fribourg zu besuchen: Harald Fricke. Ich kannte mittlerweile seine Dissertation „Die Sprache der Literaturwissenschaft“ und seine Habilitationsschrift „Norm und Abweichung. Eine Philosophie der Literatur“. Nach seiner Vorlesung über „Methoden der Literaturwissenschaft“ beriet er mich aufs Freundlichste über die Modalitäten einer studentischen Emigration in die Schweiz beraten wurde. Er war mit 35 Jahren gerade aus Göttingen nach Fribourg berufen worden und trat die Nachfolge von Peter Horst Neumann an.  Bei dieser Gelegenheit lernte ich auch Bernhard Böschenstein aus Genf kennen, dem ich Grüße Peter Horst Neumanns ausrichtete. Er hatte gerade eine Gastprofessor in Fribourg. Wie bei Harald Fricke fanden sich in seiner Vorlesung über Hölderlin und Celan 20 gebannte Studenten ein. Als ich nach der Vorlesung darauf ansprach, wie anonym die Verhältnisse an deutschen Universitäten sind, frohlockte er im Stile seines Hersagens von Gedichten Hölderlins oder Georges: „Jaaa, in Deutschland ist der Professor ein ferner Gott.“
  • 1986/87: Professor Peter Horst Neumann (Erlangen) lädt mich nach zwei Hauptseminar-Arbeiten von 1985/86 in einem persönlichen Brief zu seinem Oberseminar über Karl Kraus ein. Ich nehme mit 21 Jahren an diesem Privatissimum mit Examenskandidaten und Assistenten teil und suche danach eine neue Herausforderung in der französischen Schweiz bei Harald Fricke, der auf dem Gebiet der germanistischen Wissenschaftstheorie  und der Allgemeinen Literaturwissenschaft profiliert war. „Im Haus der Germanistik gibt es viele Zimmer, und Sie sind eben bei Fricke und bei mir zu Hause“, meinte Peter Horst Neumann bei einem späteren Besuch, anspielend auf Franz Kafka. Zudem gab es an dieser kleinen Universität unter anderem fünf Lehrstühle für Philosophie, daneben auch den Gastprofessor Emmanuel Lévinas aus Paris, der auf Einladung der Communauté Israélite in Fribourg elektrisierende Vorlesungen und Kolloquien in Philosophie und Judaistik vor nicht einmal zehn Studenten hielt.
  • 1987: Ich war im Frühjahr in Fribourg angekommen und entdeckte bei einem Ausflug nach Bern in einer Buchhandlung ein Mängel-Exemplar von Elazar Benyoëtz Aphorismensammlung „Vielleicht – Vielschwer“. Da ich noch bei Neumann in Erlangen eine 50 Seiten starke Oberseminar-Arbeit über Karl Kraus als Aphoristiker verfaßt hatte, konnte ich schon die Maßstäbe einschätzen. Ich überprüfte meinen Eindruck direkt und wurde unangemeldet bei Harald Fricke vorstellig, der mit seiner Aphorismus-Monographie von 1984 (Sammlung Metzler) ein ausgesprochener Fachmann war. Er war sofort überzeugt von der Klasse des Autors und begeistert von meiner Entdeckung.
  • 1988: Am 3. Januar teile ich  Benyoëtz meine Entscheidung mit, bei Harald Fricke über ihn zu arbeiten. Ich wußte aus Publikationen nicht viel mehr über seine Kontakte mit europäischen Wissenschaftlern, als die Tatsache, daß er Frickes Lehrer Göttinger Lehrer Christian Wagenknecht und Albrecht Schöne von einem Kolloquium her kannte. Eine Auswahl aus dem daraus entstandenen Briefwechsel ist bis Abschluß meiner Dissertation in meinem Buch über ihn abgedruckt (Niemeyer 1994/2. Aufl. de Gruyter 2011). Wenig später traf ich ihn erstmals in München, wo er den Chamisso-Preis erhielt, bald auch in meiner Schweizer Wahlheimat, in Herrlingen am Bodensee.
  • 1989: Licence ès lettres/Lizentiat der Philosophie (äquivalent zum dt. M.A.).
  • 1992/93: Thèse de doctorat / Promotion zum Dr. phil. mit einem Beitrag zur Geschichte und Ästhetik der literarischen Gattungen und Schreibweisen. Titel: Jüdisch-deutsche Sprach-Balance. Der Aphoristiker Elazar Benyoëtz. Publikation 1994 im Niemeyer-Verlag mit einem Geleitwort von Harald Weinrich
  • Angestellt als Journalist u.a. bei der Frankfurter Neuen Presse (Volontariat 1994-96) und als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Komparatistik und Germanistik an der Universität Jena (1996-2000), freier Dokumentar und Medien-Archivar in Berlin (2000-2004)
  • seit 2004: freier Autor, Lektor und Wissenschaftsberater in Berlin
  • weitere Informationen auf der Seite Christoph-Grubitz.biz

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